Black Panther – 16.02.2018

Hakuna Wakanda

Bisher lässt sich das Marvel-Universum ungefähr so zusammenfassen: Es gibt ein Problem, welches potentiell die gesamte Menschheit vernichten kann und übermenschliche weiße Männer lösen es. Zugegeben, es gibt schon jetzt eine Ausnahme: Der Hulk. Der ist grün. Aber in seinem Kern auch ein weißer Mann mit Superfähigkeiten. Sogar in Doctor Strange hat es nur für weiße, überbegabte Männer in den Hauptrollen gereicht. Also ist es doch super, dass sich hier mal was ändert.

Bis auf zwei Sidekicks sind in Black Panther alle Figuren schwarz. Das ist konsequent und wird auch zielsicher inszeniert. Der Haken: Der Rest des Superheldenfilms bleibt seinem Genre treu. Und so gibt es wieder einen Bösewicht der potentiell die gesamte Welt in Gefahr bringt. Dem entgegen steht eine sympathische Hauptfigur für die es erst super läuft, dann mies und dann kommt es zur epischen Schlacht.

Ja, das kommt mir schon bekannt vor. Habe ich nämlich alles schon in den Filmen mit Iron Man, Captain America, Guardians of the Galaxy, Doctor Strange, Spider Man, Thor, Avengers und Ant Man gesehen. So richtig neu ist bei Black Panther also fast nichts.

Die Story

Meine Kurzzusammenfassung: „Es gibt nur einen rechtmäßigen König von Wakanda. Und das ist Simba der Löwe.“ Kein Scherz. In weiten Teilen inszeniert sich Black Panther wie eine Kreuzung aus Iron Man, James Bond und dem König der Löwen. Nun gut, es wird weniger gesungen als im Disney Musical. Das ist wohl der Tribut an das Marvel Cinematic Universe. Allerdings hätte es mich im Kino auch kaum gewundert, wenn es in einigen Szenen dazu gekommen wäre. Diese klischeebeladene Vorstellung eines technologisch überlegenen afrikanischen Staates mit traditionellen Initiationsriten und passender Körperbemalung ist immer nur einen halben Schritt von „Hakuna-Matata“ entfernt. Der Rest ist zielsicher inszenierte Superhelden-Action aber leider ohne wirkliche Überraschung.

 

Regie und Schauspieler

Black Panther ist komplett stimmig inszeniert und gespielt. Die Darsteller haben eine großartige Präsenz und die Regie lässt ihnen genug Raum für die Entwicklung ihrer Charaktere und erstickt nicht alles in Explosionen. Genauso sollte ein Superheldenfilm sein. Allerdings verstrickt sich die Inszenierung auch immer wieder in Klischees. Vom schwarzen Gangster bis zur romantisierenden Darstellung eines verarmten Afrikas. Das wirkt leider wenig frisch. Darüber hinaus stellt sich zu häufig die Frage. Woher kenn ich diese Szene? Diese Einstellung? Diesen Plot? Ach ja, kenne ich aus Bond, Iron Man und König der Löwen.

Fazit

So sehr sich die Darsteller und die Regie auch bemühen. Black Panther schafft es kaum, dem Superheldengenre eine größere Erweiterung hinzuzufügen. Es ist keine neue Perspektive sondern eher ein neuer Zungenschlag Marvel-Universum. Bei Black Panther muss sich kein Kinogänger mit einem eventuell irritierenden neuen Blickwinkel auseinandersetzen. Black Panther ist perfekt durchinszeniert und spektakulär unterhaltsam. Und da ist es auch nicht schlimm, hin und wieder „Circle of Life“ vor sich hin zu summen. Das passt ausgesprochen gut. Es ist halt nur nicht anders oder neu. So bleiben die „Guardians of the Galaxy“ die einzigen echten Ausnahmen in diesem durchgestylten Superhelden-Universum.

 

 

 

 

 

 

Bildrechte: Marvel Studios

Guardians of the Galaxy Vol. 2 – ab 27.04.2017

Um es gleich klarzustellen: Ich bin Groot! Und das ist auch gleichzeitig die wichtigste Aussage des Films. Die Guardians sind wieder da. Danke!

Wenig überraschend ist die erneute Rettung der Galaxie kein französischer Liebesfilm in schwarz-weiß. Sondern eine genauso bunte und überdrehte Space-Opera wie Teil 1. Und mehr brauche ich auch nicht. Die Guardians sind für mich wie die „Oceans 11 – 13“-Filme. Sehr sinnlose aber wunderbare Filme deren innere Logik ich nur zu gerne dem cineastischen Lebensgefühl opfere.

Besonders deutlich wird dies in den ersten Minuten des Films. Mit einem provozierenden Desinteresse ignoriert der Film die Konventionen des Actionkinos. Im wahrsten Sinne des Wortes liegt der Focus nicht auf der Action. Stattdessen gibt es Songs und Baby Groot. Denn es gibt zwei Gruppen von Menschen: Diejenigen die tanzen – und diejenigen, die nicht tanzen.

So bleibt für mich eigentlich nur eine Frage, in der es – wenig überraschend – um den Soundtrack geht: Wie sind die Songs? Natürlich badet der Film auch diesmal im Retro-Charme des Awesome-Mixtapes Vol.2. War das bei Teil 1 noch überraschend, so lässt sich das natürlich nicht einfach so wiederholen. Es sei denn, der Regisseur hat den Mut auch im großen Showdown noch einmal komplett durchzustarten. James Gunn hat genau diese riskante Respektlosigkeit. So knallt er einem kurz vor dem Ende des Films nicht irgendeinen Song in die Ohren. Nein, er bringt in epischer Breite einen dieser unvergesslichen Musikklassiker, die einen tief Luftholen lassen. Das nötigt mir schon großen Respekt ab.

Aber warum eigentlich? Das war doch eigentlich genau so zu erwarten? Schließlich ist hier alles größer, bunter, wilder und exzentrischer als in jedem anderen Teil des Marvel Universums.

So enttäuschend Doctor Strange war. So pathetisch die Avengers immer wieder sind. So nervig Spiderman ist. Die Guardians of the Galaxy retten auch im zweiten Teil ein Stück von meinem Superhelden-Kinouniversum. What a blast!

 

Bildrechte: Disney Inc. und Marvel