Arrival – Im Kino ab dem 24.11.2016

Um Missverständnisse gleich zu vermeiden: Arrival ist kein Science Fiction Film. Also, natürlich geht es um Außerirdische und ihren ersten Besuch auf der Erde. Es geht um riesige, fremdartige Raumschiffe. Und geradezu verpflichtend in diesem Genre ist es auch, dass es um Krieg und Frieden geht. Und dennoch: Arrival ist kein Science Fiction Film. Das habe ich jetzt verstanden.

Denn wer den Film gesehen hat wird von keinem dieser klassischen „Außerirdischer trifft Mensch“ – Storyelemente wirklich nachhaltig beeindruckt sein. Im Gegensatz zu Alien wird sich kaum jemand schütteln, beim Gedanken an die außerirdischen Kreaturen. Im Gegensatz zu Independence Day bleiben weder Explosionen noch markige Sprüche in Erinnerung. Im Gegensatz zu Star Wars ist die Schlacht zischen Gut und Böse bedeutungslos.

Arrival ist statt dessen ein Film, der etwas wundervolles leistet. Er zeigt, zu welch beeindruckender Schöpfungskraft das Kino fähig sein kann. Als ob man versucht mit geschlossenen Augen unsere Welt aus einem völlig neuen Blickwinkel zu sehen. Der Film führt einen geradezu behutsam auf diesen Pfad. Und hier zeigen Amy Adams, Jeremy Renner und Forest Whitaker, zu welch großer schauspielerischen Leistung sie fähig sind. Unterstützt werden Sie von einem Drehbuch, dass genug Raum lässt. Hier wird nicht versucht mit vorschnellen Erklärungen den Plot zu ersticken. (Ich sage nur „Midi-Chlorianer“.) Sogar die Musik ist so unglaublich passend und zurückhaltend, wie es diesem Film gebührt. Arrival gibt das unausgesprochenen Prinzip aus: „Verändere Dich Und Verstehe“. Und jeder im Publikum kann diese Reise mitmachen.

Es passiert mir selten, dass ich aus dem Kino komme und mir denke: So, genau so muss dieser Film sein. Bei Arrival ist das passiert. Ich konnte – ungelogen – 20 Minuten lang meine Empfindungen nicht in Worte fassen. Es ist wohl das größte Kompliment, dass ich einem Regisseur machen kann: Ich würde es bereuen, wenn ich diesen Film nicht gesehen hätte.

Wegen all dieser Punkte ist für mich dieses 117 Minuten lange Kinojuwel kein SciFi-Film. Trotz Aliens und Raumschiffen.

Foto aus dem Film. Bildrechte: Sony Pictures
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