Mile 22 – 12.09.2018

Spannend wie die Fahrt mit dem Bus zum Flughafen

Das habe ich mir gewünscht: Ich wollte eine dreckige Story mit bösen Wendungen und einer zupackenden Portion Action. Mehr nicht. Das waren tatsächlich meine Wünsche bei „Mile 22“. Und jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, denke ich mir: Ich war naiv und hatte wohl zu hohe Ansprüche. „Mile 22“ hätte alles Potential gehabt für eine Mischung aus „Stirb Langsam“ und „16 Blocks“. Ein zeitkritischer Job, eine Crew die jenseits des Gesetzes steht und schlicht 22 Meilen bis zum Ziel überleben muss. Es hätte gradlinig, heftig und mitreißend sein können. Stattdessen wurde es brutal, stupide und über weite Strecken sinnlos.

Ist es denn wirklich so schwierig, geradlinig eine Geschichte zu erzählen? Regisseur Peter Berg („Boston“ / „Deepwater Horizon“ – übrigens beide auch mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle) ist jetzt wirklich nicht für feinsinnige Emotionsstudien bekannt. Aber selbst er haut diesen Film gegen die Wand und lässt sein Publikum zuschauen, wie das Kind in den Brunnen fällt. Bildlich gesprochen. Der Film ist für Actionfans zu lahm und für Erzählkino zu sinnlos und brutal. Das Potential ist wirklich da. Aber es bleibt ein Brei, der zäh an der Wand runter läuft.

Was mir gefällt

Der Cast gefällt mir ausgesprochen gut. Alle Schauspieler zeigen große Präsenz und mühen sich wirklich, durch die ganzen Explosionen, Schießereien und dämlichen Dialoge heil hindurch zu kommen. Einzige Ausnahme ist John Malkovich, der offensichtlich das Drehende seiner wenigen Tage am Set herbeigesehnt hat. Lustlos ist hier noch geschmeichelt. Ansonsten wird es wirklich schwierig weiteres Positives über den Film zu sagen. Obwohl, doch. Die Story hätte wirklich Möglichkeiten gehabt und ein paar Wendungen sind wirklich überraschend. Eigentlich …

Was mir nicht gefällt

Vor allem die lausige Dramaturgie dieses Filmes. Aus welchen Gründen auch immer Peter Berg eine zweite Erzählebene eingebaut hat, sie funktioniert gar nicht. Immer wieder wurde ich im Kino aus der eigentlichen Story herausgerissen um mir triefend langweilige Monologe anzuhören. Über die allgemeine Sicherheitslage und den Grund, warum Handeln wichtiger als Denken ist. Oder so …

Story

Kurze Schilderung aus dem Kino: Der Film ist ja mit 95 Minuten nicht allzu lang geraten. Trotzdem saß ich nach 60 Minuten im Kino, schaute auf meine Uhr und hoffte, dass es nicht noch viel länger dauert. Wenn mir das bei einem Actionfilm passiert, dann ist das echt ein ganz mieses Zeichen. Denn es bedeutet, dass die Action bei einem solchen Film so beliebig und redundant ist, dass sie nicht mehr zur Unterhaltung taugt. Bei „Mile 22“ ist es sogar noch schlimmer. Ich hatte Angst, dass die zweite Erzählebene wieder auftaucht und mich mit ihrer bräsigen Erzählweise sogar mehr nervt. Ich wartete also nicht nur auf das Filmende, ich hatte Angst davor, bis dahin noch unnötig geärgert und gelangweilt zu werden. Schlimmer geht es kaum noch.

Fazit

So ist das nix. Der Film ist für einen Actionkracher zu langatmig und für alles Übrige einfach zu nervtötend. Der hoffnungslose Versuch des Regisseurs den Figuren eine gewisse Tiefe zu geben, geht völlig den Bach hinunter. Denn für den Film spielen diese Elemente überhaupt und gar keine Rolle. Sie kosten nur Zeit und den Zuschauer eine Menge seiner Nerven.

 

 

 

 

 

Bildrechte: Constantin Film Deutschland

 

 

Predator Upgrade – 12.09.2018

Alte Regel: Ein Update macht nicht immer alles besser

Bevor ich mich in die Tiefen dieses Filmes werfe und meine völlige Fassungslosigkeit über so viel unzusammenhängenden Blödsinn erkläre, bevor ich also mit meinen Eindrücken beginne, will ich Eins klarstellen: Das hier ist niemals ein Upgrade für die Predator-Reihe. Dieser Film ist ein brutal und rücksichtslos zusammengezimmertes Konglomerat aus Versatzstücken. Hier passt nichts zusammen. Am Ende des Filmes war ich so verwirrt, dass ich sogar die beiden „Alien vs Predator“ B-Movies als vergleichsweise gute Filme empfunden habe. Das alles ist kein Wunder, hatte „Predator Upgrade“ doch bei Testvorführungen so unglaublich schlecht abgeschnitten, dass ein Großteil des Endes komplett umgeschrieben und neu gedreht wurde.

Das hier ist kein Predator Film. So fühlt sich das für mich zumindest an. Denn der gesamte einzigartige Plot der Serie ist fast völlig zerlegt und in die Tonne für Alien-Restmüll geworfen worden. Die einst furchteinflößenden Monster, die fast unsichtbar Jagd auf die Hauptfiguren machten, haben ihre Macht verloren. Ich kenne Halloween-Kostüme mit Gummimasken, die mich mehr gruseln. Auch das Gefühl der Protagonisten aus den ersten Filmen, diesem Monster hilflos ausgeliefert zu sein, ist fort. Zurückgeblieben ist ein ziemlich stumpfes Rumgeballer mit kleinen Witzen zwischendurch.

 

Was mir gefällt

Äh, jetzt wird es schwierig. Denn ich mag Regisseur Shane Black (Iron Man3). Aber das hier ist ein Film für die Restekiste bei einem Flohmarkt in der Provinz. Zugutehalten will ich ihm, die gelungene Charakterisierung seiner Hauptfiguren. Sie sind gut getroffen und recht unterhaltsam. Auch gefallen hat mir, die eher dezente bis nicht vorhandene Nostalgie des Filmes. Im Gegensatz zu den jüngsten Star Wars-Filmen ersäuft dieser Predator nicht im wohligen Gefühl des Retrocharmes. Puh, jetzt atme ich erst einmal durch. Da habe ich zumindest zwei Punkte gefunden.

 

 

Was mir nicht gefällt

Der Rest! Kurz gesagt. Am Anfang pendelt der Film noch ein wenig sinn- und inspirationslos zwischen Buddy-Komödie und Kriegsdrama. Hier und da ein paar Lacher. Dann wieder Action. Wieder ein paar Lacher. Das (neu gedrehte) Ende hingegen, ist an Absurdität und Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Innerhalb kürzester Zeit geht jedes Gefühl für Ort und Zusammenhang der Handlung verloren. Die Nacht wird zum Tag, Waffen tauchen auf und verschwinden wieder. Handlungsreste erscheinen auf einmal wieder und bereits eingeführte Figuren sind plötzlich einfach weg. Da bleibt einem als Kinozuschauer nur übrig sich zurückzulehnen, und sich von den Actioneinlagen berieseln zu lassen.

Story

Ja, es gibt sie. Aber sie ist sinnlos und eines Predator-Filmes nicht würdig. Doch, ich weiß was ich hier schreibe. Schon die vergangenen Filme waren keine Story-Meisterwerke. Und „Predators“ von 2010 war auch kein wirkliches Highlight im Storytelling. Aber hier wird einfach zu viel vernachlässigt. Die Figuren wachsen einem nicht ans Herz, da sie zu wenig Zeit für ihrer Charakterentwicklung bekommen. Die Gummi-Monster wirken nicht wirklich bedrohlich, da ihre Überlegenheit bis auf wenige Szenen kaum zu spüren ist. Das eigentliche Motiv der Reihe, die geradezu hilflose Auseinandersetzung mit einem überlegenen Gegner findet hier kaum noch statt. In den ersten Filmen war es erschreckend mit anzusehen, wie die Schafherde (Menschen) von einem Wolf (Alien) immer schlimmer dezimiert wurde. Wie fremdartig inszenierte, brutale Rituale jeden Kampfesmut erstickten. Nein, das gibt es hier nicht. Aber wenigstens ist der Film kurzweilig und actionreich. Yeah!

Fazit

Es hätte alles so viel Sinn ergeben können. Regisseur Shane Black war im ersten Predator-Film noch als Darsteller dabei. Jetzt hätte er auf dem Regiestuhl den Filmen eine neue Dynamik verleihen können. Stattdessen hat er für Predator das geleistet, was vorher schon Regisseur Kevin Feige mit „Ghostbusters“ gelungen ist. Er hat den schlechtesten Film der jeweiligen Reihe hinzugefügt. Danke für nichts.

Bildrechte: 20th Century Fox Deutschland