Men in Black International – 13.06.2019

Von der Sehnsucht direkt nach dem Film „geblitzdingst“ zu werden

Es sollte doch nicht so schwer sein, einen guten Men in Black-Film zu machen. Denn die Zutaten für ein spaßiges Kinoerlebnis sind seit Teil 1 offensichtlich. Ein Men in Black-Film lebt von einem großartigen Ermittlerduo, wobei einer der Erfahre Alien-Cop ist und der andere der Neuling der stellvertretend für den Zuschauer erstaunt ist und sich zurechtfinden muss. Dann braucht es ein stylisches Design mit Chromwaffen und spacigen Innenräumen. Und zu guter Letzt braucht ein solcher Film noch verrückte Aliens, die sich hinter der Maske einer normalen Welt verbergen und eine gute Portion Humor. Fertig, oder? Doch wie Teil 2 und 3 beweisen, ist es nicht so einfach diese Dinge zusammen zu bringen. Und Teil 4 der Serie, genannt „International“, vermurkst es dann völlig.   

Denn Men in Black International ist weder spannend noch komisch noch interessant. Viel schlimmer noch. Die Macher des Filmes scheinen davon überzeugt zu sein, dass es in der Welt von Men in Black nichts mehr zu entdecken gibt. Sie verzichten fast vollständige auf überraschenden Aliens und ignorieren die Interaktionen der offensichtlichen und der außerirdischen Welt fast vollständig. Damit geht leider auch der Reiz dieser Filmreihe im unendlichen All der Beliebigkeit verloren. 

Warum ich mir den Film noch einmal ansehen würde

Das ist schwierig. Eigentlich würde ich auf die Veröffentlichung bei VOD warten und Men in Black International dann eventuell noch eine Chance geben. Das hier ist einer dieser Filme, die ich mir noch einmal ansehen würde, wenn mir nichts mehr einfiele und ich zu faul wäre, um vom Sofa aufzustehen und Pizza bestellen würde. Dann könnte ich aber durchaus Spaß haben. Die Ausstattung ist cool und auch Tessa Thompson und Chris Hemsworth haben wie in Thor 3 durchaus ihre gemeinsamen Momente. Vom Rest sollte der Zuschauer einfach nicht zu viel erwarten. 

Was mir fehlt

Das klingt jetzt kitschig, aber ein wenig mehr Liebe zum Men in Black-Universum würde ich mir sehnlichst wünschen. Diese überraschten Momente, wenn skurrile Aliens mit den Hauptfiguren interagieren. Wenn sich die langweiligsten Orte als geheime Hauptquartiere und Verstecke herausstellen. Wenn dann auch noch dem Zuschauer dieses besserwisserische Gefühl vermittelt wird: „Hey, das hast Du nicht gewusst? Der ist ein Alien! Das ist doch offensichtlich!“  Dann hätte auch Men in Black International eine Chance gehabt. So ist es ein in der Pose erstarrter Film ohne Kern und Substanz. 

Story 

Nur ganz kurz gesagt: Bei Men in Black-Filmen spielte die Story nie eine wichtige Rolle.  Darum ging es auch nicht. Es geht um Design, Action und Aliens. Das war es. Doch Teil 4 fällt sogar hinter diese Minimalanforderungen zurück. Kurz gesagt: Wer nicht von Anfang an weiß, wie die Geschichte ausgeht, war zu lange am Popcornstand und hat danach nicht richtig aufgepasst, weil er seinen Platz im Kino noch gesucht hat. Die Story ist unsinnig und jederzeit vorhersehbar. Als Zuschauer bleibt einem da nur das Mitleid mit den Hauptfiguren und die Frage, warum die so lange dafür brauchen.

Fazit

Zur Ehrenrettung von Men in Black International kann ich sagen, dass ich an einigen Stellen durchaus gelacht habe und meinen Spaß hatte. Aber es waren wenige Stellen und mein Lachen wurde jedes einzelne mal von einem Kopfschütteln abgelöst. Ich wünsche mir wirklich einen funktionierenden Neuralyzer. Dann könnte ich mir Teil 1 noch einmal anschauen und ihn noch einmal völlig neu erleben. Ich hätte Spaß und wäre begeistert wie frisch und neu hier alles ineinander passt. All das kann ich über Teil 4 leider nicht sagen. 

Bildrechte:  Sony Pictures Germany

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