Justice League – 16.11.2017

Zuallererst bin ich dankbar. Dankbar dafür, dass in diesem Film Gal Gadot (Wonder Woman) und Ezra Miller (The Flash) mitspielen. Und ich bin offen dankbar dafür, dass Joss Whedon den Regiestuhl von Zack Snyder noch während des Drehs übernommen hat. Denn so ist dieser Film vor allem eins geworden: Besser als Suicide Squad und Batman vs. Superman es befürchten ließen. Diesen Film konnte ich mir ansehen, ohne den Wunsch zu haben meinen Kopf in die Popcorn-Packung zu stecken, damit ich das Elend auf der Leinwand nicht mehr hören und sehen muss.

Da stört mich nicht einmal, dass die Handlung unglaublich vorhersehbar ist. Es ist auch nicht so wichtig, dass die Figuren und ihre Geschichte zu kurz kommen. Das Ende ist so wie es nicht anders zu erwarten ist. Warum auch. Die Superhelden-Stereotype will Warner mit diesem Film ja ganz gezielt bedienen. Sogar die an vielen Stellen auf Computerspiel-Niveau liegenden CGI-Effekte stören mich nicht wirklich. Der Film hat Tempo, eine kleine Prise Romantik und etliche gute Gags. Und ja, für diese Elemente sind vor allem Wonder Woman und The Flash verantwortlich. Deren Mischung aus Menschlichkeit und sarkastischer Grundhaltung verhindert, dass der Film – im Gegensatz zu Batman vs. Superman – in einer lächerlichen Ernsthaftigkeit und unfassbar übertriebener Heldenpose erstarrt.

Allerdings sage ich damit nur das: Warner ist es gelungen, das Schlimmste zu verhindern. Denn noch einen Flop hätte das DC-Universe wohl nicht mehr weggesteckt. Während die Marvel-Helden vieles richtigmachen, haben Batman und Co. bisher fast keinen Grund für weitere Film geliefert. (Einzige Ausnahme ist sicher der Wonder Woman-Film, der dem Genre der Superhero-Movies wirklich eine neue und spannende Nuance hinzufügen konnte.) Nach Justice League müssen die DC-Helden zumindest nicht wieder zurück in die Comic-Läden sondern dürfen auf weitere Kino-Abenteuer hoffen.

All das zusammengenommen macht aus Justice League allerdings keinen richtig guten Film. Die Inszenierung ist so geradlinig, dass auf Wendungen in der Story grundsätzlich verzichtet wurde. Kurz zusammengefasst: Vorher gab es keine Justice League – danach schon. Konflikte werden mit der Faust, dem Dreizack, dem Schwert und im Zweifelsfall sogar mit dem Bat-Wurfstern gelöst. Und so hetzt der Film von einer Schlägerei zur nächsten. Hin und wieder wird mit Dialogen ein wenig Zeit geschunden. Dann gibt es schon wieder die nächste, volle Dröhnung. Das würde sogar Spaß machen, wenn der Bösewicht nicht so eine unglaublich lahme und langweilige Figur wäre. Der wäre bei Guardians of the Galaxy nicht einmal in den Vorspann gekommen.

An einer Stelle scheitert der Film dann auch kolossal. Die wichtigste, die allerwichtigste Aufgabe in einem solchen Ensemble-Film ist es, dass jeder seine Rolle bekommt. Bei den Avengers ist diese Prämisse erstklassig umgesetzt. Bei Justice League frage ich mich, warum die meisten von den Helden überhaupt mitmachen. Denn gebraucht werden sie nicht. Weder im großen Finale noch davor. Bis auf Wonder Woman und The Flash natürlich. Siehe oben …

 

 

Bildrechte: Warner Bros. Germany

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