Jurassic World: Das verlorene Königreich – 07.06.2018

Brüll mich nicht an, du Dino!

Bevor ich jetzt anfange an dem Film rumzunörgeln – und ja, ich finde da schon so manche Ecke – will ich ganz klar sagen: Ich hatte Spaß. Denn der Film macht für mich sehr vieles im Jurassic Park / World-Universum richtig. Vor allem vermittelt Jurassic World eines: Das gefallene Königreich, das großartige Gefühl, wieder nach Hause zu kommen. Wer die ersten Teile kennt, wird viele Kulissen und Anspielungen wiedererkennen. Und trotz aller neuen Dinos, der T-Rex bleibt der König der Isla Nublar.

Was mir gefällt

Vor allem die erste Hälfte des Filmes ist ein großartiger Trip zurück. Die Insel mit ihrem Vulkan ist wirklich schön in Szene gesetzt und frei umherlaufenden Dinos sind immer eine Schau. Gar keine Frage. Die Tricktechnik ist absolut auf der Höhe der Zeit und das 3D war bei diesem Film wirklich eine Augenweide. Auch der Charme von Chris Pratt hat sich gut konserviert und ist auch im neusten Teil irgendwo zwischen Indiana Jones und Lieblingsschwiegersohn. Die Story liefert das Erwartbare: Erst sind alle froh, dann brüllen und fressen die Dinos und dann beginnt das Geschreie. Gut gemacht, wenn auch nichts Neues.

Was mir nicht gefällt

Für mich war und ist eine der schönsten Momente in den Filmen immer die naive Faszination, wenn Dinosaurier über die Leinwand laufen und die Darsteller einfach staunend davorstehen. Das Gefühl der wiederauferstandenen Kreidezeit ist für mich das emotionale Herz der Serie. Leider verzichtet der jüngste Jurassic-Klon fast gänzlich auf diese Momente. Stattdessen wird die Action immer mehr angezogen und mehr Tempo soll über die Faszinations-Lücken hinweghelfen. Mir war das manchmal zu krawallig.

Was gar nicht geht, ist die Logik im Film. Habe ich mich bei Jurassic Park noch lange Zeit nach dem Buch und dem Film gefragt, ob das tatsächlich so passieren könnte, so ist die Antwort jetzt klar: Nö – geht nicht – auf gar keinen Fall. Die Storyline hat Löcher von der Größe eines Meteoritenkraters. Bei der Geschwindigkeit des Filmes fällt das nur nicht so auf.  Eine Ausnahme: der Auftritt von Jeff Goldblum ist sicher mit das langatmigste und überflüssigste, was ich seit langem gesehen habe.

Story

Wo ich doch gerade dabei bin: Es ist nicht leicht, eine neue Wendung und einen neuen Dreh bei den Jurassic Park / World-Filmen zu erschaffen. Schon klar. Die Story klont sich da selbst aus den Resten der noch vorhandenen Serien-Filmfragmente. Und das geht so: Ein Park mit Dinos wird geschaffen. Es geht furchtbar schief und die Entscheidungen in den darauffolgenden Filmen machen alles noch schlimmer. Das hier ist Teil 2. Also der Park ist hin und jetzt muss es noch schlimmer werden. Und wie? Indem wir Dinos auf Menschen loslassen und diese alle umbringen. Ok, das ist keine neue Idee. Aber wer hat das beim „story-kloning“ auch erwartet. Ich finde das gar nicht so schlimm. Alles kommt mir bekannt vor und es sind Dinos!

Endlich wieder Dinos auf der Leinwand! Mir gefallen daher auch die Dino-Posing-Szenen im Film. Also die Momente, die keinen Sinn machen aber den brüllenden Dino vor eindrucksvoller Kulisse zeigen. Inszenierungen die sich super auf Plakaten machen.

 

Fazit

Es ist laut, es hat Dinos und fast permanent Action. Das passt für einen unterhaltsamen Jurassic Park / World – Film. Mir hat es gefallen und ich fand keine Sekunde im Kino langweilig. Allerdings ist dem Sequel auch deutlich anzumerken, dass den Machern die Ideen ausgegangen sind. Es ist ein Misch-Masch aus Elementen der vorherigen Filme ohne wirklich eigene Ideen oder Akzente hinzuzufügen. Wer wie ich im Kino Spaß mit Dinos haben möchte, kann gerne rein gehen. Das wird geliefert inklusive T-Rex und ein wenig Splatter. Wer auf neue Ideen und eine clevere Weiterentwicklung hofft, der wird allerdings ziemlich enttäuscht sein.

 

 

Bildrechte: Universal Pictures Germany

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