Ocean’s 8 – 21.06.2018

Just tell me what you want what you really really want …

Ja, zugegeben. Das hatten wir alles schon. Eine zusammengewürfelte Crew von Ganoven begeht einen beeindruckenden Diebstahl. Genau, das ist das Rezept von Oceans’s 11 bis 13. Doch hier kommt der Clou: In Ocean’s 8 sind die Diebe gewitzte Frauen. Knaller!

Es wird aber noch besser. Der Film macht richtig Spaß. Es ist eine große Freude, den Hauptdarstellerinnen zuzusehen wie sie das Ding drehen. Die Dialoge sind wirklich gut geschrieben und es ist tatsächlich eine funktionierende, weibliche Filmversion der bisherigen Oceans’s Trilogie. Kein Vergleich mit der furchtbaren Ghostbusters Version von 2016, die für mich vor allem eine bösartige Beleidigung der Originalfilme ist.

Kleine Einschränkung: Mich verwirrt der Name des Films ungemein. Denn natürlich erweckt die Zahl 8 den Eindruck, der Film würde vor Ocean’s 11 bis 13 spielen. Stimmt aber nicht. Der Film spielt nach 13. Die Ziffer gibt nur die Größe des Teams an. Und jetzt wird es noch lustiger, denn eigentlich besteht das Team nur aus sieben Personen: Debbie, Lou, Amita, Tammy, Constance, Rose und Nine Ball. Zum Glück klärt sich das im Laufe des Films.

Warum gibt es den Film?

Wäre es nicht spannend herauszufinden was sich ändert, wenn nicht ein Mann, sondern eine Frau im Zentrum einer Geschichte stehen würde? Wäre Odysseus anders aus dem trojanischen Krieg nach Hause gekommen? Ok, das ist jetzt ein wenig hoch gegriffen. Aber ich versuche es noch an einem weiteren Beispiel. Würde sich Stirb Langsam anders entwickeln, wenn sich nicht Bruce Willis im Unterhemd durch den Wolkenkratzer schießt sondern ein weiblicher Star? Besseres Beispiel, oder? Und was ändert sich, wenn Schauspielerinnen nicht einfach versuchen männliche Rollen zu imitieren, sondern einen neuen Blickwinkel in den Film bringen? Das genau passiert in Ocean’s 8.

Was mir gefällt

Die ungemein unterhaltsame Lässigkeit, die auch bereits die ersten drei Film ausgezeichnet hat. Alles ist verspielt und mehrdeutig. Es gibt keine Prügeleien und keine Verfolgungsjagden. Oceans’s 8 hat das wirklich nicht nötig. Die Spielfreude der Hauptdarstellerinnen ist einfach toll und ich habe jede Minute im Kino genossen. Vor allem Sandra Bullock und Cate Blanchett sind begeisternd.

Wie schon bei den männlichen Varianten sitze ich im Kinosessel und wünsche mir anstelle einer Cola eine eisgekühlte Margarita. Nur, damit der Style auch im Kinosaal passt. Der Film hat eine eigene, sehr weibliche Sichtweise auf diesen Raub. Das ist für mich stimmig und funktioniert gut.

Was mir nicht gefällt

Hier kommt jetzt das Nörgeln auf hohem Niveau. Für mich ist bei dieser weiblichen Neuinszenierung der Spaß am Rauben ein wenig zu kurz gekommen. Es wird viel geredet und diskutiert. Aber die absurde Rekrutierung des Teams, die akribische Vorbereitung und das harte Training des Raubes fallen ein wenig hinten runter. Und damit fehlt mir leider eines der schönsten Momente der früheren Ocean’s-Filme.

Story

Der Film ist sehr gradlinig erzählt und birgt nur wenig Überraschungen. Das gefällt mir, da so der Fokus von der Story zur Qualität der Darsteller verlagert wird. Und bei einem solchen Ensemble-Film ist das für mich eine gute Wahl. Allerdings hat die Story ein paar Logiklöcher, die gerade bei einem Film über einen perfekten Diebstahl böse auffallen. Und in einigen Einstellungen ist auch ganz deutlich zu sehen, dass es nicht darum geht den Film voran zu bringen, sondern allen Hauptdarstellerinnen noch einmal die Gelegenheit zu geben, teure Abendkleider zur Schau zu tragen.

Eine Sache hat mich dann wirklich geärgert. Die Frauen sind selbstbewusst, unabhängig und stecken die Kerle im Film alle in die Tasche. Doch wenn es darum geht den Job auch mit Geschick und Körpereinsatz auszuführen, dann brauchen sie doch wieder einen Mann. Das hätte ich mir selbstbewusster vorstellen können.

Fazit

Der Film hat einen tollen Spirit. Es ist wie bei allen Ocean’s Filmen ein großes Vergnügen, einfach zuschauen zu können. Dazu gibt es eine wirkliche Unmenge an Cameos, die gerade gegen Ende des Filmes völlig unübersichtlich werden. Da muss sich sogar Zoolander geschlagen geben. Was aber für mich die wirkliche Besonderheit des Filmes ausmacht: Hier ist es wirklich gelungen, einen weiblichen Cast und einen weiblichen Blickwinkel in einer eigentlich männlichen Filmreihe sinnvoll und unterhaltsam zu inszenieren.

 

 

 

Bildrechte: Warner Bros. Deutschland

 

 

 

 

 

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