No Way Out – Gegen die Flammen 03.05.2018

We didn’t start the fire

  1. Natürlich ist No Way Out – Gegen die Flammenein klassischer Heldenfilm in dem sich Feuerwehrleute selbstlos den Flächenbränden in Arizona entgegenstellen.
  2. Natürlich ist dies ein Film, der in seiner Erzählstruktur den Mut und das Schicksal jedes einzelnen Teammitgliedes miteinander verwebt.
  3. Natürlich lebt No Way Out- Gegen die Flammenvon den beeindruckenden Aufnahmen der Großbrände.

 

All das ist gar keine Frage und wird im Kino bravourös präsentiert. Dennoch sticht dieser Film über Längen aus dem Einerlei der Katastrophenfilme. Er ist ein wundervolles Juwel dieses Genres.

Ich zucke immer, wenn ein Film über Feuerwehrleute, Polizisten oder Rettungssanitäter „nach einer wahren Begebenheit“ auf der Leinwand erscheint. Normalerweise ist dies gleichbedeutend mit der Heiligsprechung aller Beteiligten. Der Film wird dann zu einem Ehrenmal, das differenzierte Gefühle und vielschichtige Emotionen deutlich außen vor lässt. Ein passendes Beispiel ist hier sicherlich World Trade Centervon 2006.

Ganz anders nähert sich No Way Out – Gegen die Flammenseinen Figuren und seiner Handlung. Die Dialoge sind vielschichtig und die Emotionen jederzeit verständlich. So stehen auch immer wieder Zweifel und Ehrgeiz im Widerspruch zueinander. Mit aller Kraft verweigert sich dieser Film eines plumpen Heroismus und eröffnet damit eine ganz neue Tiefe. Der Film legt dabei besonders großen Wert auf die privaten Beziehungen der Feuerwehrleute. Auch hier werden die Klischees vermieden  und stattdessen erwachsene Menschen mit ihren eigenen Geschichten in den Vordergrund gestellt.

 

 

Story

Die Story ist der unaufgeregteste Teil dieses Films: Es gibt eine Gruppe von Feuerwehrleuten in Arizona, die sich gerne im Kampf gegen die Feuer und Brände behaupten wollen, die ihre Heimat bedrohen. Und genau das machen sie. Ende.

Doch umso erstaunlicher ist es, wie es dem Regisseur und den Darstellern gelingt, jeder Szene, jedem Dialog und jeder Wendung eine eigene, glaubwürdige Nuance abzugewinnen. Genau dieser Schritt macht den Film so besonders.

Regie und Schauspieler

Die Bilder sind natürlich beeindruckend. Bei einem solchen Film müssen sie das auch sein. Und Regisseur Joseph Kosinski hat bereits bei Tron Legacyund Oblivionbewiesen, dass er Szenen mit überwältigender Wirkung erzeugen kann. Leider haben die Storys in diesen beiden Filmen sich als überaus holprig erwiesen. Hier ist es anders. Er schafft eine wunderbare Zwiesprache zwischen Szenenbildern und Schauspielern. Er verbietet sich jeden Pathos und reißt den Zuschauer stattdessen mit nachfühlbarem Realismus mit. Josh Brolin gibt den krassen, kantigen Anführer und Miles Teller den verwundbaren Rookie. Beide gefallen mir ausgesprochen gut in ihren Rollen. Aber wirklich großartig sind Jennifer Connelly und Andie MacDowell als Ehefrauen. Sie heben diesen Film in ihrer Einzigartigkeit noch einmal hervor. Sie sind niemals Nebenfiguren sondern den Männern immer mindestens ebenbürtig.

 

Fazit

Kein Film der letzten Monate hat mich so überraschend begeistert wie No Way Out. Er ist ein großer, emotionaler und auf gleich mehreren Ebenen beeindruckender Film. Das beginnt bei den großartigen Kameraaufnahmen die ästhetische und kraftvolle Bilder erzeugen aber die Grenze zum Voyeurismus oder dem übertriebenen Pathos beispielsweise eines Michael Bay nicht überschreiten. In diesen Bilderwelten bewegen sich die Figuren mit einer anrührenden Menschlichkeit. Auch die Schilderung der Beziehungen ist geprägt von Gleichberechtigung und Respekt voreinander. Das macht No Way Out umso beeindruckender. Besonders im Kino auf der großen Leinwand kommt diese Tiefe hervorragend zur geltung.

 

 

 

Bildrechte: Studiocanal