Peter Hase – 22.03.2018

Niemand ärgert meine Kaninchen!

Das war nun wirklich vorhersehbar, was Sony Animation hier veranstaltet: Zu Ostern gibt es einen Familienfilm mit Kaninchen, der auf einem erfolgreichen Kinderbuch basiert. Der ganze Film ist dann auch noch eine Mischung aus Realverfilmung und niedlicher Animation. Ja, da werden sich die Marketingexperten von Sony aufgrund dieser brillanten Idee abgeklatscht haben. Schließlich hat das 2011 schon für Universal Pictures großartig funktioniert. Trailer Hopp – 2011. Allerdings hat Peter Hase ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal jenseits des ganzen Marketing-Getöses: Es ist ein wirklich bezaubernder Film geworden.

Es ist einfach wunderbar in diesem Film zu sitzen. Bei aller offensichtlichen Niedlichkeit der Hauptdarsteller hat Peter Hase doch deutlich mehr zu bieten, als nur tolle Animationen. Die Geschichte rund um die fünf Hasenwaisen vermeidet den Absturz in Kinderfilm-Klischees. Es ist eben nicht die Geschichte zwischen Gut und Böse, sondern eine Erzählung um den Zusammenprall zweier Welten. So kann sich der Zuschauer immer wieder neu entscheiden, für wen er Verständnis hat. Und das hebt Peter Hase aus dem Kinderfilm-Einerlei deutlich hervor.

 

 

Story

Eigentlich ist die Geschichte nichts Besonderes. Die friedliche Welt von Peter Hase wird durch eine Veränderung bedroht. Jaja, mehrfach schon dagewesen. Ich weiß. Und durch Mut und Zusammenhalt gelingt es den Hauptfiguren den drohenden Untergang abzuwenden. Moment. Nein, darum geht es bei Peter Hase nun eigentlich nicht. Vielmehr steht die Frage im Vordergrund, was Peter Hase bereit ist zu teilen und wofür er Verantwortung übernimmt. Erzählt wird dieser Weg dabei mit Selbstironie und einer ganz gehörigen Portion Selbstreflektion. Das macht auch als Erwachsener Spaß.

 

 

Regie und Schauspieler

Natürlich haben es die Schauspieler in Peter Hase schwer. Denn gegen die kindgerecht niedlichen Langohren gibt es eigentlich kein Ankommen. Dieses Risikos scheint sich auch die Regie bewusst gewesen zu sein. Denn der Film gibt den Figuren genug Raum, um diese aus dem Kinderfilm-Klischee zu erlösen. Sie sind eben nicht nur Abziehbilder und Stichwortgeber für die animierten Hauptakteure. Den Schauspielern gelingt daher, mehr Tiefe und emotionale Vielschichtigkeit in den Film einzubringen. An diesen Momenten haben gerade Erwachsene ihre Freude.

 

 

Fazit

Was für ein herrlicher Spaß! Die animierten Kaninchen hoppeln über die grüne Wiese und sind dabei unglaublich niedlich. Dazu kommt eine überraschend frische und lebendige Geschichte, die wirklich jedem in der Familie sein eigenes Kinoerlebnis ermöglicht. Dieser Film ist zu Ostern ganz großartig. Natürlich. Aber auch jenseits der Hasen-Feiertage würde er im Kino funktionieren, weil er einfach wirklich gut gemacht ist. Da braucht es auch keine Marketingexperten, um das vorherzusagen.

Ach, und warum ich die ganze Zeit von Kaninchen schreibe, obwohl der Film Peter Hase heißt? Weil es eindeutig Kaninchen und keine Hasen sind, die hier das Kino bevölkern. Darum.

 

Bildrechte: Sony Animations Pictures