Avengers: Infinity War – 27.04.2018

It’s time for superheroes

Ein paar Zahlen zum Anfang:

  • 18 Filme gibt es bisher im Marvel Cinematic Universe (MCU).
  • Kein einziger (in Zahlen: 0) der namensgebenden Superhelden ist bisher gestorben.
  • 38 Superhelden kommen in den 149 Minuten von Avengers: Infinity War

Und kein einziger von ihnen ist vor Thanos sicher!

Avengers: Infinity Warist genau der Film, den das MCU jetzt gebraucht hat. Denn bei immer neuen Superheldenfilmen und tollen Computertricks wurde in den vergangenen Jahren eins immer deutlicher: Die Storys der Filme laufen sich tot. Es wurde immer klarer, dass in jedem Fall am Ende der Bösewicht besiegt wird und der Held triumphiert. Der Weg dorthin wurde immer spektakulärer, zugegeben. Aber an der simplen Grundgeschichte hat sich kaum etwas geändert. Bis jetzt. Avengers: Infinity Warerschafft mit Thanos einen Bösewicht, der Tod und Verderben bringt. Auch und gerade in die Reihen der Superhelden. Niemand kann ihm entgehen.

 

Story

Es gibt einige Besonderheiten, die sich Avengers: Infinity Wareinfach leistet. Der offensichtlichste Teil ist sicherlich, dass es 2019 einen zweiten Part geben wird, der die Ereignisse dieses Films fortführt. Darüber hinaus gelingt den Regisseuren etwas sehr Beeindruckendes: Sie machen aus den Avengers einen Ensemble-Film, bei dem die einzelnen Charaktere nicht in der Masse untergehen, sondern mit ihren Besonderheiten erhalten und sichtbar bleiben. So werden die wirklich beeindruckenden special effects nicht zum Selbstzweck eines Superheldenfilmes, sondern unterstützen die Entwicklung der Charaktere. Ein gutes Beispiel ist hier die Charakterzeichnung des Bösewichts. Er wird mit nachvollziehbaren Emotionen ausgestattet. Seine Handlungen bleiben grausam aber sind trotzdem auch verständlich. Sein Plan ist nicht nur verrückt, sondern auch aus tiefem Leid geboren. Darüber hinaus ist die Macht von Thanos von der ersten Minute an im Kino spürbar. Fast wünscht man sich, dass die Avengers nicht mit Sprüchen und Angriffen Thanos herausfordern. Denn dessen Antwort kann für jeden von ihnen tödlich sein. Und bisher gab es nur ganz wenige tote Helden im MCU.

 

Regie und Schauspieler

Gut gemacht. Mehr kann man hier kaum sagen. Die Russo-Brüder haben es geschafft die unterschiedlichen Figuren tatsächlich in einem Film zusammenzuführen. Und sie haben damit auch die Fehler von DCs Justice League vermieden. Kein Charakter wird zu dominant. Keine Figur könnte alleine gegen Thanos antreten. Das ist eine wirklich beeindruckende Leistung. Die Schauspieler setzen genau dort an, wo sie in ihren Solo-Filmen aufgehört haben. Sie nehmen die Präsenz und das Selbstbewusstsein ihrer Charaktere mit und lassen sich von der Regie durch dieses Chaos von Orten und Ereignissen führen. So macht Superheldenkino Spaß!

Fazit

Der Erfolg von Avengers: Infinity Warist vorprogrammiert. Zu erfolgreich waren die Solofilme und es gibt keinen Grund, warum diese Serie gerade jetzt reißen sollte. Denn der Film liefert zielsicher den größten Superheldenfilm des Jahres. Mehr Helden, mehr Action und mehr Emotionen sind in solch einem Film kaum vorstellbar. Und es passiert so viel auf so vielen Ebenen, dass der Zuschauer kaum alle Anspielungen mitbekommen kann. Ich bin davon überzeugt, dass etliche Szenen erst dann ihre vollständige Bedeutung bekommen, wenn der zweite Teil des galaktischen Schlachtengemäldes präsentiert wurde. Bis dahin bleibt Avengers:Infinity Wareinfach bombastisch mit einem großartigen Bösewicht und sehr verzweifelten Helden.

 

 

 

Bildrechte: Marvel Studios

 

 

Black Panther – 16.02.2018

Hakuna Wakanda

Bisher lässt sich das Marvel-Universum ungefähr so zusammenfassen: Es gibt ein Problem, welches potentiell die gesamte Menschheit vernichten kann und übermenschliche weiße Männer lösen es. Zugegeben, es gibt schon jetzt eine Ausnahme: Der Hulk. Der ist grün. Aber in seinem Kern auch ein weißer Mann mit Superfähigkeiten. Sogar in Doctor Strange hat es nur für weiße, überbegabte Männer in den Hauptrollen gereicht. Also ist es doch super, dass sich hier mal was ändert.

Bis auf zwei Sidekicks sind in Black Panther alle Figuren schwarz. Das ist konsequent und wird auch zielsicher inszeniert. Der Haken: Der Rest des Superheldenfilms bleibt seinem Genre treu. Und so gibt es wieder einen Bösewicht der potentiell die gesamte Welt in Gefahr bringt. Dem entgegen steht eine sympathische Hauptfigur für die es erst super läuft, dann mies und dann kommt es zur epischen Schlacht.

Ja, das kommt mir schon bekannt vor. Habe ich nämlich alles schon in den Filmen mit Iron Man, Captain America, Guardians of the Galaxy, Doctor Strange, Spider Man, Thor, Avengers und Ant Man gesehen. So richtig neu ist bei Black Panther also fast nichts.

Die Story

Meine Kurzzusammenfassung: „Es gibt nur einen rechtmäßigen König von Wakanda. Und das ist Simba der Löwe.“ Kein Scherz. In weiten Teilen inszeniert sich Black Panther wie eine Kreuzung aus Iron Man, James Bond und dem König der Löwen. Nun gut, es wird weniger gesungen als im Disney Musical. Das ist wohl der Tribut an das Marvel Cinematic Universe. Allerdings hätte es mich im Kino auch kaum gewundert, wenn es in einigen Szenen dazu gekommen wäre. Diese klischeebeladene Vorstellung eines technologisch überlegenen afrikanischen Staates mit traditionellen Initiationsriten und passender Körperbemalung ist immer nur einen halben Schritt von „Hakuna-Matata“ entfernt. Der Rest ist zielsicher inszenierte Superhelden-Action aber leider ohne wirkliche Überraschung.

 

Regie und Schauspieler

Black Panther ist komplett stimmig inszeniert und gespielt. Die Darsteller haben eine großartige Präsenz und die Regie lässt ihnen genug Raum für die Entwicklung ihrer Charaktere und erstickt nicht alles in Explosionen. Genauso sollte ein Superheldenfilm sein. Allerdings verstrickt sich die Inszenierung auch immer wieder in Klischees. Vom schwarzen Gangster bis zur romantisierenden Darstellung eines verarmten Afrikas. Das wirkt leider wenig frisch. Darüber hinaus stellt sich zu häufig die Frage. Woher kenn ich diese Szene? Diese Einstellung? Diesen Plot? Ach ja, kenne ich aus Bond, Iron Man und König der Löwen.

Fazit

So sehr sich die Darsteller und die Regie auch bemühen. Black Panther schafft es kaum, dem Superheldengenre eine größere Erweiterung hinzuzufügen. Es ist keine neue Perspektive sondern eher ein neuer Zungenschlag Marvel-Universum. Bei Black Panther muss sich kein Kinogänger mit einem eventuell irritierenden neuen Blickwinkel auseinandersetzen. Black Panther ist perfekt durchinszeniert und spektakulär unterhaltsam. Und da ist es auch nicht schlimm, hin und wieder „Circle of Life“ vor sich hin zu summen. Das passt ausgesprochen gut. Es ist halt nur nicht anders oder neu. So bleiben die „Guardians of the Galaxy“ die einzigen echten Ausnahmen in diesem durchgestylten Superhelden-Universum.

 

 

 

 

 

 

Bildrechte: Marvel Studios