Predator Upgrade – 12.09.2018

Alte Regel: Ein Update macht nicht immer alles besser

Bevor ich mich in die Tiefen dieses Filmes werfe und meine völlige Fassungslosigkeit über so viel unzusammenhängenden Blödsinn erkläre, bevor ich also mit meinen Eindrücken beginne, will ich Eins klarstellen: Das hier ist niemals ein Upgrade für die Predator-Reihe. Dieser Film ist ein brutal und rücksichtslos zusammengezimmertes Konglomerat aus Versatzstücken. Hier passt nichts zusammen. Am Ende des Filmes war ich so verwirrt, dass ich sogar die beiden „Alien vs Predator“ B-Movies als vergleichsweise gute Filme empfunden habe. Das alles ist kein Wunder, hatte „Predator Upgrade“ doch bei Testvorführungen so unglaublich schlecht abgeschnitten, dass ein Großteil des Endes komplett umgeschrieben und neu gedreht wurde.

Das hier ist kein Predator Film. So fühlt sich das für mich zumindest an. Denn der gesamte einzigartige Plot der Serie ist fast völlig zerlegt und in die Tonne für Alien-Restmüll geworfen worden. Die einst furchteinflößenden Monster, die fast unsichtbar Jagd auf die Hauptfiguren machten, haben ihre Macht verloren. Ich kenne Halloween-Kostüme mit Gummimasken, die mich mehr gruseln. Auch das Gefühl der Protagonisten aus den ersten Filmen, diesem Monster hilflos ausgeliefert zu sein, ist fort. Zurückgeblieben ist ein ziemlich stumpfes Rumgeballer mit kleinen Witzen zwischendurch.

 

Was mir gefällt

Äh, jetzt wird es schwierig. Denn ich mag Regisseur Shane Black (Iron Man3). Aber das hier ist ein Film für die Restekiste bei einem Flohmarkt in der Provinz. Zugutehalten will ich ihm, die gelungene Charakterisierung seiner Hauptfiguren. Sie sind gut getroffen und recht unterhaltsam. Auch gefallen hat mir, die eher dezente bis nicht vorhandene Nostalgie des Filmes. Im Gegensatz zu den jüngsten Star Wars-Filmen ersäuft dieser Predator nicht im wohligen Gefühl des Retrocharmes. Puh, jetzt atme ich erst einmal durch. Da habe ich zumindest zwei Punkte gefunden.

 

 

Was mir nicht gefällt

Der Rest! Kurz gesagt. Am Anfang pendelt der Film noch ein wenig sinn- und inspirationslos zwischen Buddy-Komödie und Kriegsdrama. Hier und da ein paar Lacher. Dann wieder Action. Wieder ein paar Lacher. Das (neu gedrehte) Ende hingegen, ist an Absurdität und Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Innerhalb kürzester Zeit geht jedes Gefühl für Ort und Zusammenhang der Handlung verloren. Die Nacht wird zum Tag, Waffen tauchen auf und verschwinden wieder. Handlungsreste erscheinen auf einmal wieder und bereits eingeführte Figuren sind plötzlich einfach weg. Da bleibt einem als Kinozuschauer nur übrig sich zurückzulehnen, und sich von den Actioneinlagen berieseln zu lassen.

Story

Ja, es gibt sie. Aber sie ist sinnlos und eines Predator-Filmes nicht würdig. Doch, ich weiß was ich hier schreibe. Schon die vergangenen Filme waren keine Story-Meisterwerke. Und „Predators“ von 2010 war auch kein wirkliches Highlight im Storytelling. Aber hier wird einfach zu viel vernachlässigt. Die Figuren wachsen einem nicht ans Herz, da sie zu wenig Zeit für ihrer Charakterentwicklung bekommen. Die Gummi-Monster wirken nicht wirklich bedrohlich, da ihre Überlegenheit bis auf wenige Szenen kaum zu spüren ist. Das eigentliche Motiv der Reihe, die geradezu hilflose Auseinandersetzung mit einem überlegenen Gegner findet hier kaum noch statt. In den ersten Filmen war es erschreckend mit anzusehen, wie die Schafherde (Menschen) von einem Wolf (Alien) immer schlimmer dezimiert wurde. Wie fremdartig inszenierte, brutale Rituale jeden Kampfesmut erstickten. Nein, das gibt es hier nicht. Aber wenigstens ist der Film kurzweilig und actionreich. Yeah!

Fazit

Es hätte alles so viel Sinn ergeben können. Regisseur Shane Black war im ersten Predator-Film noch als Darsteller dabei. Jetzt hätte er auf dem Regiestuhl den Filmen eine neue Dynamik verleihen können. Stattdessen hat er für Predator das geleistet, was vorher schon Regisseur Kevin Feige mit „Ghostbusters“ gelungen ist. Er hat den schlechtesten Film der jeweiligen Reihe hinzugefügt. Danke für nichts.

Bildrechte: 20th Century Fox Deutschland

Rampage – 10.05.2018

Da kommt ‘was Großes auf uns zu

Bei diesem Film könnte ich sicherlich einen Berg an Deutungsmöglichkeiten rauskramen. Ich könnte in der Story von Rampage nach Analogien zu Angstpsychosen suchen. Nach verschlüsselten Botschaften und einer unterschwelligen Gesellschaftskritik. Ich könnte Parallelen ziehen zu einer zukunftsfeindlichen, geradezu dyspeptischen Weltauffassung. All das könnte ich. Und die absolute Inhaltsleere von Rampage lädt auch gerade dazu ein. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass dies völlig überzogen wäre. Der Film ist einfach sinn- und deutungslos. So wie er ist.

Nein, das ist keine Kritik. Ich finde es super, wenn Filme nicht versuchen mehr zu sein, als sie sind. Denn das endet sehr schnell in einer intellektuellen Agonie.

Rampage ist genau der Gegenentwurf. Ein „Hau drauf und mach alles kaputt“-Film, der selbst Regisseure wie Roland Emmerich wie differenzierten Autorenfilmer aussehen lässt. Und der liebt bereits die große Action, bei der Städte in Schutt und Asche gelegt werden. Emmerich muss man in der Kategorie erst mal schlagen.

Story

Ja, die Story existiert. Sie ist dünn und würde vollständig auf eine Serviette passen, aber es gibt sie tatsächlich. Sie ist auch löchrig ohne Ende (Wahrscheinlich, weil die Serviette schon benutzt war. Nur so eine Vermutung von mir). Aber wen interessiert es? Offensichtlich nicht mal die Filmemacher. Hier dient die Story einzig und alleine dem Zweck, Dwayne „The Rock“ Johnson in den unterschiedlichsten Bombast-Situationen gut aussehen zu lassen. Alle anderen Charaktere sind Stichwortgeber und die digitalen Monster, die Chicago in Schutt und Asche legen, sind so gesehen nur der Anlass für große Hau-Drauf-Action.

Regie und Schauspieler

Das Beste was man darüber sagen kann: Existiert. Der Regie und den Darstellern gelingt es dabei ausgesprochen gut, keine inhaltlichen Ambitionen oder emotionale Tiefe vortäuschen zu wollen. Wie denn auch, wenn laut Skript gerade ein gigantischer Gorilla und ein fliegender Riesenwolf gerade eine Stadt verwüsten? Also unterwerfen sich alle Beteiligten dem Dogma, dass es permanent krachen und scheppern muss. Nicht zu vergessen Dwayne Johnson, der den ganzen Film über als Mischung aus einer optimistischeren Version von John McClane und einer menschenfreundlichen Ausgabe von John Rambo daherkommt.

Mein Fazit

Ungelogen, Rampage macht richtig Spaß. Denn auf der Kinoleinwand ist permanent die Hölle los und es scheppert und kracht vom wunderbarsten. Da bleibt kaum Zeit zum Luft holen.

Es lässt sich der Verdacht auch nicht ganz ausräumen, dass alle Beteiligten ihren Spaß am zügellosen ausleben diese sinnlosen Action-Gewitters haben. Wie großartig.

Das alles funktioniert wirklich super, solange sich keiner auf die Suche nach Metaebenen und Deutungsmöglichkeiten macht. Das hat der Film nämlich nicht verdient. Im positivsten Sinne.

 

 

 

 

 

Bildrechte: Warner Bros. Deutschland