King Arthur: Legend of the Sword – ab 11.05.2017

„The final weapon ist the brain, all else ist supplemental.“ John Steinbeck, The Acts of King Arthur and His Noble Knights.

Dieser Gedanke scheint Guy Ritchie fast völlig fremd zu sein.  Seine Adaption der Sage rund um Arthus, Excalibur und Camelot ist ein 126 Minuten langes Videogame, welches wenige überzeugende Momente hat aber viel 3D-Alarm und Prügeleien.

 

 

Dabei ist der Grundgedanke des Filmes ja zutiefst spannend: Was, wenn Arthus eben nicht von seiner noblen Herkunft weiß, sondern in der Londoner Gosse groß wird? Was wenn er kein König, sondern eine Mischung aus Zuhälter und Türsteher ist? Was, wenn die epischen Schlachten der Arthus-Legende mit Fäusten ausgetragen werden? Ich fände das hoch spannend. Dann hätte Ritchie den hochfliegenden Ritterphantasien einen ganz gehörigen Tritt in den metallgeschützen Hintern gegeben. Die Arthus-Legende sozusagen in die Snacht-Gosse heruntergerissen.

 

Und es gibt diese Momente. Aber es sind leider viel zu Wenige. Statt dessen ist der Film über weite Teile eine Mischung aus Herr der Ringe und God of War unterlegt mit dem Soundtrack aus „Sherlock Holmes“. Mit hat an dieser Mischung nicht wirklich gefallen.

Und hier trifft sich übrigens Guy Ritchie mit John Steinbeck. Beide sind letztendlich an der selbstgestellten Aufgabe einer zeitgemäßen König Artus-Sage gescheitert. Ritchie hat einen zerplitterten Actionfilm abgeliefert. Steinbeck ein Buchfragment in dem drei Jahre Arbeit stecken.

„Ich wollte die Sage von König Artus so nacherzählen, wie sie ursprünglich geschrieben wurde, aber in einer unserer Zeit entsprechenden verständlichen Sprache. Ich wollte nichts auslassen und nichts hinzufügen.“ John Steinbeck

Steinbecks unvollendetes Buch hat über 400 Seiten. Bei Ritchie ist es schneller vorbei.

 

Bildrechte: Warner Brothers