Flatliners – 30.11.2017

Liebe Kinogänger,

ich habe hier eine traurige Mitteilung zu machen. Trotz intensiver Bemühungen des bei den Dreharbeiten anwesenden Personals ist es nicht gelungen, dem Film „Flatliners“ Leben oder auch nur ein wenig Sinn einzuhauchen. Und das, trotz des Einsatzes üblicher Stimulanzien wie „junge Schauspieler“, „durchdesignte Schauplätze“ oder „Auftritte von Schauspielern aus dem Original“.

Was uns in diesem Fall so traurig stimmt ist die Tatsache, dass „Flatliners“ bei seiner Einlieferung gute Voraussetzungen hatte. Die ursprüngliche Kinoversion von 1990 hatte bewiesen, dass die Auseinandersetzung mit Nahtod-Erfahrungen in Kombination mit soften Horror-Elementen und einer gewissen philosophischen Fragestellung im Kino durchaus glücken kann. Diese Hoffnung bestand auch noch, als das Licht im Kinosaal ausging.

Doch es gab leider Komplikationen. Schon nach wenigen Minuten stellten sich die ersten Symptome einer misslungenen Fortsetzung ein. Während sich die durchaus talentierten Schauspieler bemühten, dem Original gerecht zu werden, stolperte die Handlung von einer Platitüde zur nächsten Ungereimtheit. Nicht einmal die Frage, warum diese fünf jungen Ärzte sich überhaupt auf dieses Experiment einlassen, wurde geklärt. Ähnlich nebulös, wenn nicht gar gänzlich unlogisch, geht es weiter. Wenn ich mich schon umbringe um mich nach wenigen Minuten wieder ins Leben zurückholen zu lassen, dann doch mit bestmöglicher Unterstützung. Oder? Aber nicht in diesem Film.

Eine weitere schwere Komplikation stellte sich ein, als die Grenze zwischen Leben und Tod zum ersten Mal überschritten wurde. Als cineastisches Pflegepersonal wissen wir, dass bei einer solch bedeutsamen Entwicklung die visuelle Gestaltung von entscheidender Bedeutung ist. Hier bestehen immer gute Chancen noch einmal aus der Abwärtsspirale auszubrechen. Leider ist „Flatliners“ dies nicht gelungen. Dieser zentrale Moment des Films wirkte wie ein mäßiges Youtube-Drohnenvideo bei Nacht. Und auch die nachfolgenden Tode der übrigen Hauptfiguren konnten den so dringend benötigten Genesungsprozess nicht einleiten.

Zuletzt hatte den Film auch noch sein Lebensmut verlassen. Dies zeigte sich darin, dass er jegliche Chance zu einer zeitgemäßen Aktualisierung verstreichen ließ. Anstelle einer passenden Neuinterpretation des 27 Jahre alten Originals, brachte er die Story nur lieblos hinter sich. So verweigerte der Patient am Ende auch eine Infusion, die mit den Wirkstoffen „Social Media“, „Smartphones“ oder „Grenzen moderner Medizin“eventuell noch vorhandene Lebensgeister hätte zurückbringen können.

Deswegen bleibt mir leider nichts anderes übrig, als Ihnen mitzuteilen, dass am 30.11.2017 der Kinofilm „Flatliners“ sich von seinen Komplikationen nicht mehr erholen konnte. Dieser Film ist nach quälenden 110 Minuten leider von uns gegangen.

 

Bing … Bing … Bing …. Beeeeeeeeeeeeeeeeeee

 

 

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