COCO – 30.11.2017

Im ersten Moment dachte ich mir: Pixar hat hier wohl etwas falsch verstanden. In weniger als vier Wochen ist Weihnachten und ihr Animationsfilm zum Advent spielt in Mexico und wimmelt vor Skeletten. Und dann dachte ich mir: Ein Film für die ganze Familie, der den Tod in den Mittelpunkt stellt? Wie bitte soll das Zusammengehen? So …

„COCO“ ist einfach ein wunderbarer Film, dem es gelingt anrührende Familienunterhaltung mit erwachsener Ernsthaftigkeit zu kombinieren. Der Tod wird nicht verniedlicht, sondern wird als Teil des Lebens anerkannt. Zwischen Leben und Tod entwickelt sich dann die Story, ohne dabei jemals die Leichtigkeit und Souveränität großer Pixar-Filme zu verlieren.

Wie sehr mir „COCO“ gefallen hat, lässt sich an einem kleinen Detail erkennen: Ich finde sogar die Songs im Film passend. Sind die langatmigen und erschreckend banal übersetzen Filmsongs in Disney-Produktionen für mich meist eher ein Schrecken, so fügen sich diese bei „COCO“ sehr organisch ein. Sie sind ein Teil der Handlung und ergeben sogar Sinn. Nicht wie in den üblichen Disney-Weihnachtsproduktionen, in denen vor allem der Zusatzverdienst über Musikverkäufe als wichtig erscheint.

Eines kann und will „COCO“ allerdings ganz offensichtlich nicht: Ein Reiseführer zum Tag der Toten in Mexico sein. Stattdessen bleibt er plakativ und oberflächlich. Die Kultur dient als Kulisse, als buntes und gut verständliches Panoramabild, vor der die Filmhandlung sich abspielt. Das hat auch seine Vorteile, denn die Leichtigkeit der Erzählung bleibt erhalten.

Besonders hingerissen haben mich übrigens die ersten Minuten des Films. Die Einführung der Geschichte wirkt wie ein verspielter Gestaltungstrick und ist in seiner Schlichtheit einfach wunderschön und magisch.

 

 

Bildrechte: Disney Pictures

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.